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Veränderungsmanagement

Ab in den Ring: Die Corona-Krise als Chance verstehen

“Don’t count the days. Make the days count.”

Muhammad Ali, Boxer

Finanzkrise, Politische Krise, Klimakrise. Noch nie mussten sich Unternehmen mit Problemen wie in der aktuellen Corona-Krise auseinandersetzen. Die Pandemie traf die Welt wie ein Aufwärtshaken am Kinn: bringt sie ins Taumeln, Stolpern und legt den Schleier der Bewusstlosigkeit über sie. Krisen gehören mittlerweile zwar zur Normalität, aber im beruflichen Alltag wird diesmal eines deutlich – so wie vor der Krise kann und wird es für viele Unternehmen nicht weitergehen.

Ja, die aktuelle Krise ist schlimm. Und, sie birgt viele Möglichkeiten für Unternehmen, sich spätestens jetzt für die Zukunft fit zu machen und die offene Deckung abzulegen. Wenn ein Unternehmen bis dato noch nicht dazu übergangen ist von hierarchischen Strukturen und Denkmustern wegzukommen, offen und vernetzt zu denken sowie die Mitarbeiter zu befähigen, selbstorganisiert Entscheidung zu treffen und Aufgaben zu übernehmen, dann wird der nächste Schlag sicher ein schmerzender Tiefschlag. Denn eines ist klar: Unternehmen die jetzt damit beginnen, werden Jahre für diesen Wandlungsprozess benötigen.

Wie kann dies Gelingen? Harry Gatterer vom Zukunftsinstitut sagt ganz klar, es erfordert Mut, um sich für die Zukunft anders aufzustellen. Auch ich bin der Meinung, dass es jetzt den Mut braucht, um in den Ring zu steigen und alte Denkmuster, Ansprüche und Ängste aufzubrechen. Schlag für Schlag. Im Boxsport wird der Begriff „Stare Down“ für das erste in die Augen sehen der Kontrahenten verwendet. Wer zuerst wegsieht, gilt als Verlierer. Unternehmen sollten jetzt genau hinsehen und die Zeit nutzen eine Introspektion durchzuführen.

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Wir sind agil. Wir arbeiten mit Scrum!

„Changing practices is one thing; changing minds is quite another.“ 
// Mike Cohn

“Wir nutzen ein Kanban. Wir sind agil.” Egal wie man es dreht oder wendet, diese Aussagen höre ich oft in Erstgesprächen oder während meiner Begleitung bei Kunden. Eine Trainingsteilnehmerin sagte letztens passend zu Beginn: “Ich würde gerne wissen, ob da noch mehr ist, als Post-its hin und her zu schieben.” 

Sehr viele Unternehmen haben sich in den letzten Jahren lediglich der Methodik zugewandt. Die Mitarbeiter blieben dabei auf der Strecke. Trotzdem finden sich in jeder Selbstdarstellung – neben dem reichhaltigen Obstangebot – eine Reihe an Schlagworten, die ein “agiles Bild” mit entsprechenden “Mindset” zeichnen. “Agil” bedeutet dann zum Beispiel in der Praxis, dass Scrum “passend gemacht” wird, die Vorgesetzten Selbstorganisation verordnen, die Führungskräfte denken, dass sie sich nicht verändern müssen, Teams nicht autonom entscheiden können oder interdisziplinär aufgestellt sind und Hierarchien auf- anstatt abgebaut werden. Vieles davon läuft in Kombination mit politischen Rangeleien, Intransparenz, schlechter Kommunikation, fehlender Vision, nicht gelebter Fehlerkultur oder Veränderungswille. 

All das ist Alltag und zeichnet ein ganz anderes Bild, als die Selbstdarstellung der Unternehmen nach außen. Scrum löst diese Probleme nicht, sondern macht sie sichtbar. Nur Menschen können diese Probleme lösen. Die Mitarbeiter erlangen in den oben beschriebenen Szenarien eine wesentliche Erkenntnis: So nicht! Und diese Haltung kann sehr viele Facetten haben. Aber zum Glück sind wird ja agil! 

Einmal im Quartal halte ich meine Leser mit einer persönlichen Randnotiz zu agilen Themen auf den Laufenden. Lesen Sie mit und melden Sie sich hier an.