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8 Werte für die Helden der Arbeit

Als ich vor vielen Jahren in einer Agentur als Projektmanager arbeitete, war mein Arbeitsalltag von vielen persönlichen Tiefschlägen, harten Auseinandersetzungen, Bevormundung, Misstrauen, Überstunden sowie durch das Anzweifeln meiner Fertig- und Fähigkeiten geprägt. Es ging nicht nur mir so. Es herrschte eine gelebte Angstkultur, anhaltender Druck und das ständige Gefühl, nichts richtig zu machen oder entscheiden zu können. Meine anfängliche Euphorie, etwas bewegen zu können, schwand jeden Tag und ich stellte mir oft die Frage: Ist das jetzt mein Arbeitsleben?

Nachdem ich die Agentur hinter mir gelassen hatte und eine neue Stelle annahm, passierte das Beste, was mir zur damaligen Zeit passieren konnte. Ich kam in Berührung mit Scrum. Für mich eröffnete sich eine ganz neue Welt. Ich saugte förmlich alles zum Thema auf. Agilität wurde für mich zum Inbegriff des Arbeitens und ich war so froh, dass der Mensch in den Vordergrund rückte. Für viele meiner damaligen Kollegen war es ein Neuanfang. Es war eine ganz besondere Atmosphäre und ich spürte, dass meine Wertvorstellungen auf Gleichgesinnte trafen. Seitdem ist für mich klar, dass es nichts Wichtigeres für den Unternehmenserfolg gibt, als die Menschen dahinter und die Freiheit, Werte zu leben.

Mittlerweile haben sich die Rahmenbedingungen durch die voranschreitende Digitalisierung und Dynamik der Märkte für Unternehmen stark verändert. Der notwendige Wandel und die damit einhergehenden Lernzyklen müssen in immer kürzer werdenden Zeitabständen erfolgen. Durch die starke Verdichtung zählt vor allem der schnelle oder nächste Erfolg. Doch ich bin der festen Überzeugung: Legt ein Unternehmen keine solide Basis für eine Wertekultur und hinterfragt es nicht alte Denkmuster, ist es in kritischen Phasen und zunehmend unsicheren Zeiten unzureichend aufgestellt.

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Agile Werte (er)leben auf dem Agile by Nature CAMP 2018

Zum vierten Mal fand das Agile by Nature CAMP in der schönen Lüneburger Heide statt. Auch in diesem Jahr gab es wieder einen knallbunten Blumenstrauß an interessanten Themen. Neben den vielen Sessions zum richtigen Einsatz von Scrum oder Kanban, widmeten Laura (www.improve-coaching.de) und ich uns der Frage, wie wir agilen Werte für Teams erlebbar machen können. In zwei Sessions (unterstützt von @detklu) ging es ans Eingemachte, um jeden Menge Komfortzonen-Erweiterung und vor allem um Spaß.

Die Teilnehmer konnten während der Sessions am eigenen Leib erfahren, welche Konzepte und Übungen aus dem Improvisationstheater im Alltag helfen, um Teams agile Werte und Prinzipien näher zu bringen. Im Anschluss an jede Übung wurden die Teilnehmer dazu befragt, wann sie diese Übung einsetzen würden und welcher agile Wert vor allem angesprochen wird. Wir haben es den Teilnehmern dabei frei gelassen, welche Werte sie nennen.

Das Thema Agile Werte werden Laura und ich noch tiefergehend betrachten. In einem gemeinsamen Buchprojekt, dass im kommenden Jahr erscheinen wird, stellen wir Techniken aus dem Improtheater für den Alltag mit agilen Teams vor. Der aktuelle Arbeitstitel lautet “Agile Werte erlebbar machen – Mit wertvollen Techniken und Übungen aus dem Improvisationstheater die Zusammenarbeit verbessern”. Etwas weiterführende Informationen gibt es hier.

Weitere Bilder zum Agile by Nature CAMP 2018 sind hier zu finden.

Schwarze Flecken

Immer wieder begleite ich Projekte, in denen die Stimmung aus verschiedenen Gründen wie ein Sog alle und alles in eine Negativ-Spirale zieht. Die Beteiligten arbeiten unter Termindruck, nicht als Team zusammen, dürfen keine autonomen Entscheidungen treffen oder haben überhaupt das Gefühl nicht gehört zu werden. Wie auch immer diese Situation entsteht, alle wissen (oder haben das Gefühl), wie es anders, wie es richtig gehen soll. Sicherlich ist dem einen oder anderen Leser diese oder eine ähnliche Situation bekannt. Resultierend daraus entsteht Demotivation, eine “Dagegen”-Kultur, ein stetiges Diskutieren darüber, wie es sein sollte und was alles so im Großen und Ganzen nicht richtig läuft. Berechtigt oder nicht.

Bei einem meiner letzten Kundenprojekte steckte ich wieder in so einer Situation. Für die nächste Retrospektiven dachte ich mir deshalb etwas Neues aus: Ich teilte allen Teilnehmern ein Blatt Papier aus und legte es umgekehrt auf den Tisch. Weiterlesen

Partner Kanban: Wie man mit Post-its ein Kind zeugt

Während meiner Kanban Workshops erzähle ich immer mit ein wenig Augenzwinkern, dass die Geburt meines Sohnes mit einem privaten Kanban geplant war. Natürlich ist das nur die halbe Wahrheit – obwohl alle die mich näher kennen, dies sogar für möglich halten würden.

Meine Partnerin und ich pflegen ein gemeinsames Kanban. In diesem Beitrag möchte ich zusammenfassen, wie wir Kanban für die Jahresplanung und im Alltag nutzen und was es mit dem Nachwuchs auf sich hat. Gleichzeitig ist dies ein Aufruf, es selber auszuprobieren – in der Partnerschaft, im Familienkontext oder einfach für das nächste private Projekt. Ihr könnt mir glauben, dass Ergebnis lohnt sich. 👶

Kanban im privaten Umfeld

Kanban wird schon lange nicht mehr nur im Unternehmenskontext verwendet. Viele derer, die Kanban im beruflichen Alltag einsetzen, nutzen die Vorteile auch im Privaten. Aufschreiben, Visualisieren und Limitieren – das alles hilft mir für meine Selbstorganisation. Personal Kanban hat viele Facetten. Während ich für mich persönlich immer ein kleines Kanban auf dem Tisch kleben habe, nutzen wir für unsere gemeinsame Planung eine Kombination aus physischem Kanban Board und digitaler Version, die wir von überall erreichen können. Partner Kanban funktioniert für uns in der Partnerschaft hervorragend.

Die grobe Planung: Ideen, Wünsche & Ziele für ein Jahr

Die Retrospektive, Planung und Durchführung läuft in folgenden Schritten ab:

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100% Auslastung – alles Einstellungssache

Boris Gloger schrieb vor einiger Zeit, dass Denken in Auslastung blödsinnig ist. Angeregt durch den Beitrag und das Thema, fielen mir Situationen ein, bei denen Manager auf mich als Scrum Master oder meinen Product Owner zukamen und behaupteten, dass die Teams, mit denen ich arbeitete, nicht ausgelastet seien. Nach einem kurzen Gespräch mit den Managern und betroffenen Teammitgliedern, konnte ich mir dann schnell ein Bild von der eigentlichen Situation machen und die Kommunikation in die richtige Richtung lenken. Wie kam es zu der Annahme und was tue ich in diesen Situationen?

Das Missverständnis

Treffen sich ein Manager und Entwickler auf dem Flur. Sagt der Manager „Na, wie läufts bei euch im Team, kommt ihr voran?“ Darauf sagt der Entwickler „Diesen Sprint habe ich nicht wirklich etwas zu tun, da das Sprint Backlog nur Backlog Items für die Frontend-Entwickler enthält.“ Denkt sich der Manager „Hmmm…, da sitzt jemand rum und hat nichts zu tun!“.

Sie merken, dieser angedeutete Witz hat keine Pointe, weil diese Situation in vielen Unternehmen zum Alltag gehört. Was so nebenbei beim Small-Talk ausgetauscht wird, wirkt sich häufig in falschen Annahmen aus. Leider ist es bei vielen Managern immer noch so, dass sie annehmen, eine 100% Auslastung sei erstrebenswert. Wenn also jemand sagt, dass er „nichts zu tun hat“, dann bedeutet dies für den Manager, dass nicht effizient gearbeitet wird oder der Drang zum regulierenden Eingreifen steigt. Als Scrum Master ist es in diesen Situationen wichtig, in Richtung Management und Scrum Team zu kommunizieren. Weiterlesen