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Mindset

Zwei Welten

“Würde man den Mitarbeitern statt nur zu sagen, was sie zu tun haben, öfter erklären, wozu sie das tun, dann wären wir schon viel näher an der agilen Organisation als mit jeder agilen Methode.“ 

Dr. Markus Reimer, Business Expert

Der Druck sich zu verändern steigt für Unternehmen von Tag zu Tag. Viele Unternehmen haben sich schon vor Jahren „agiler“ aufgestellt. Was das für das jeweilige Unternehmen bedeutet, kann sehr unterschiedlich sein. Aus meiner eigenen Erfahrung bedeutet es vor allem, dass sich ein Teil der Firma „agil“ organisiert. Agilität, wird also nicht, als Haltung verstanden und gefordert. Von allen. 

Demnach kann sich Agilität auch nicht entfalten. Viele Unternehmen bewegen sich gleichzeitig in zwei Welten, der alten, tayloristisch geprägten und der neuen, agilen Welt. Ein Beispiel aus dem Alltag: Seit über zehn Jahren arbeitet ein Mitarbeiter bereits im Unternehmen. Nachdem das Unternehmen in einer erste Welle der „Agilisierung“ entschieden hatte, dass es keine Abteilungs- und Teamleiter mehr geben darf, wird der Mitarbeiter vor die Entscheidung gestellt, die Rolle des Product Owners oder Team Coach zu übernehmen. Da ab jetzt die Erwartung der Führungsetage ist, alles laufe nun selbstorganisiert, ist der Mitarbeiter auf sich alleine gestellt. Dass es ihm nach dieser und weiteren einschneidenden Maßnahmen nicht gut geht, er am Management, der neuen Kultur, dem Vorgehen und somit am gesamten Unternehmen stark zweifelt, macht er mit sich selbst aus. Er findet Anklang bei seinen Kolleg:innen, die ihn sehr gut verstehen können. Die Produktivität und Motivation lässt für alle spürbar nach. Der neue Leiter der Abteilung, der schon in diversen agilen Unternehmen gearbeitet hat, erhält genau diesen ersten Eindruck vom Mitarbeiter. Da dieser zudem keine Entwicklungsmaßnahmen oder -gespräche erhält und in der neuen Rolle auf sich allein gestellt ist, verstärkt sich das Bild des Abteilungsleiters: „Der will und kann nicht. Wir brauchen Leute mit dem richtigen Mindset!“. 

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Mach mehr Fehler!

“There’s a way to do it better – find it.” 
// Thomas A. Edison

Edison hat tausende Materialien ausprobiert, um den Glühfaden für die Glühlampe zu finden. Bei einem der Versuche sagte sein Assistent zu ihm „All deine Versuche sind fruchtlos – wir haben nichts gelernt und erreicht. Ich bin mir nicht sicher, dass wir die Elektrizität für diesen Zweck nutzen können“. Edison antwortete darauf gelassen: „Oh, wir haben so Vieles während dieser Zeit gelernt. Wir wissen jetzt, dass wir tausende Elemente nicht nutzen können, um eine Glühbirne zu entwickeln.“

Oft kommt es mir so vor, als wollten Unternehmen Fehler ganz vermeiden oder nicht akzeptieren. Eine Fehlerkultur ist jedoch der Motor, um sich ständig weiterzuentwickeln. Dass Fehler gemacht werden, ist der erste Schritt der Weiterentwicklung, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint. Sicher ist doch wohl, dass Mitarbeiter Fehler nicht gerne und schon gar nicht absichtlich machen.

Das Anerkennen von Fehlern, die Suche nach Verbesserung und ständiges Inspizieren ist der Grundbaustein, um sich weiterzuentwickeln und eine Kultur des Vertrauens und der Innovation zu fördern. Gerade in der heutigen Zeit, ist dies ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. 

So, let’s make better mistakes tomorrow! 

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Schwarze Flecken

Immer wieder begleite ich Projekte, in denen die Stimmung aus verschiedenen Gründen wie ein Sog alle und alles in eine Negativ-Spirale zieht. Die Beteiligten arbeiten unter Termindruck, nicht als Team zusammen, dürfen keine autonomen Entscheidungen treffen oder haben überhaupt das Gefühl nicht gehört zu werden. Wie auch immer diese Situation entsteht, alle wissen (oder haben das Gefühl), wie es anders, wie es richtig gehen soll. Sicherlich ist dem einen oder anderen Leser diese oder eine ähnliche Situation bekannt. Resultierend daraus entsteht Demotivation, eine “Dagegen”-Kultur, ein stetiges Diskutieren darüber, wie es sein sollte und was alles so im Großen und Ganzen nicht richtig läuft. Berechtigt oder nicht.

Bei einem meiner letzten Kundenprojekte steckte ich wieder in so einer Situation. Für die nächste Retrospektiven dachte ich mir deshalb etwas Neues aus: Ich teilte allen Teilnehmern ein Blatt Papier aus und legte es umgekehrt auf den Tisch. Weiterlesen