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Zwei Welten

“Würde man den Mitarbeitern statt nur zu sagen, was sie zu tun haben, öfter erklären, wozu sie das tun, dann wären wir schon viel näher an der agilen Organisation als mit jeder agilen Methode.“ 

Dr. Markus Reimer, Business Expert

Der Druck sich zu verändern steigt für Unternehmen von Tag zu Tag. Viele Unternehmen haben sich schon vor Jahren „agiler“ aufgestellt. Was das für das jeweilige Unternehmen bedeutet, kann sehr unterschiedlich sein. Aus meiner eigenen Erfahrung bedeutet es vor allem, dass sich ein Teil der Firma „agil“ organisiert. Agilität, wird also nicht, als Haltung verstanden und gefordert. Von allen. 

Demnach kann sich Agilität auch nicht entfalten. Viele Unternehmen bewegen sich gleichzeitig in zwei Welten, der alten, tayloristisch geprägten und der neuen, agilen Welt. Ein Beispiel aus dem Alltag: Seit über zehn Jahren arbeitet ein Mitarbeiter bereits im Unternehmen. Nachdem das Unternehmen in einer erste Welle der „Agilisierung“ entschieden hatte, dass es keine Abteilungs- und Teamleiter mehr geben darf, wird der Mitarbeiter vor die Entscheidung gestellt, die Rolle des Product Owners oder Team Coach zu übernehmen. Da ab jetzt die Erwartung der Führungsetage ist, alles laufe nun selbstorganisiert, ist der Mitarbeiter auf sich alleine gestellt. Dass es ihm nach dieser und weiteren einschneidenden Maßnahmen nicht gut geht, er am Management, der neuen Kultur, dem Vorgehen und somit am gesamten Unternehmen stark zweifelt, macht er mit sich selbst aus. Er findet Anklang bei seinen Kolleg:innen, die ihn sehr gut verstehen können. Die Produktivität und Motivation lässt für alle spürbar nach. Der neue Leiter der Abteilung, der schon in diversen agilen Unternehmen gearbeitet hat, erhält genau diesen ersten Eindruck vom Mitarbeiter. Da dieser zudem keine Entwicklungsmaßnahmen oder -gespräche erhält und in der neuen Rolle auf sich allein gestellt ist, verstärkt sich das Bild des Abteilungsleiters: „Der will und kann nicht. Wir brauchen Leute mit dem richtigen Mindset!“. 

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Ab in den Ring: Die Corona-Krise als Chance verstehen

“Don’t count the days. Make the days count.”

Muhammad Ali, Boxer

Finanzkrise, Politische Krise, Klimakrise. Noch nie mussten sich Unternehmen mit Problemen wie in der aktuellen Corona-Krise auseinandersetzen. Die Pandemie traf die Welt wie ein Aufwärtshaken am Kinn: bringt sie ins Taumeln, Stolpern und legt den Schleier der Bewusstlosigkeit über sie. Krisen gehören mittlerweile zwar zur Normalität, aber im beruflichen Alltag wird diesmal eines deutlich – so wie vor der Krise kann und wird es für viele Unternehmen nicht weitergehen.

Ja, die aktuelle Krise ist schlimm. Und, sie birgt viele Möglichkeiten für Unternehmen, sich spätestens jetzt für die Zukunft fit zu machen und die offene Deckung abzulegen. Wenn ein Unternehmen bis dato noch nicht dazu übergangen ist von hierarchischen Strukturen und Denkmustern wegzukommen, offen und vernetzt zu denken sowie die Mitarbeiter zu befähigen, selbstorganisiert Entscheidung zu treffen und Aufgaben zu übernehmen, dann wird der nächste Schlag sicher ein schmerzender Tiefschlag. Denn eines ist klar: Unternehmen die jetzt damit beginnen, werden Jahre für diesen Wandlungsprozess benötigen.

Wie kann dies Gelingen? Harry Gatterer vom Zukunftsinstitut sagt ganz klar, es erfordert Mut, um sich für die Zukunft anders aufzustellen. Auch ich bin der Meinung, dass es jetzt den Mut braucht, um in den Ring zu steigen und alte Denkmuster, Ansprüche und Ängste aufzubrechen. Schlag für Schlag. Im Boxsport wird der Begriff „Stare Down“ für das erste in die Augen sehen der Kontrahenten verwendet. Wer zuerst wegsieht, gilt als Verlierer. Unternehmen sollten jetzt genau hinsehen und die Zeit nutzen eine Introspektion durchzuführen.

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Meine Eindrücke zum Agile by Nature Camp 2016

Im Camp Reinsehlen fand vom 6. -8. Oktober 2016 das Agile by Nature Camp zum zweiten Mal statt. Wie im vergangenen Jahr, entschieden wir uns als Organisatoren für einen Rahmen von 50 Teilnehmern für die Unkonferenz. Das dies die richtige Entscheidung war, erhielten wir während (und nach den drei Tagen) wiederholt als positive Rückmeldung.
Die Stimmung beim diesjährigen Barcamp war erneut hervorragend. Viele der Teilnehmer haben die Chance genutzt, um den Termin erneut wahrzunehmen und sich ganz im Sinne einer Unkonferenz die drei Tage selber zu gestalten.

Tag 1 – Vorfreude & Ankommen

Am Donnerstagabend starteten wir mit etwas Auflockerung und Kennenlernen in den Abend. Bei leckerem Abend-Buffet erhielt man einen guten Vorgeschmack auf die kommenden 1,5 Tage. Im Anschluss an das Essen waren die Teilnehmer aufgefordert, sich in Teams zusammenzufinden, sich vorzustellen, einen Teamnamen zu geben und mit dem Hashtag #abnc16 eine Willkommensnachricht zu posten. Im Anschluss fand die Begrüßung und einige Lightningtalks statt. Hier bekamen alle einen tiefergehenden Eindruck von dem, was die Teilnehmer beschäftigt. Der Abend klang an der Bar mit netten Gesprächen und gewisser Vorfreude am Kaminfeuer aus. Weiterlesen