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Agile

Wert stiften

Ein Martial Arts Student ging zu seinem Lehrer und sagte ernsthaft: „Ich widme mich mit voller Aufmerksamkeit dem Studium Ihres Kampfsystems. Wie lange werde ich brauchen, um es zu meistern?” Die Antwort des Lehrers war beiläufig: „Zehn Jahre.”
Ungeduldig antwortete der Student: „Aber ich möchte es schneller meistern. Ich werde sehr hart arbeiten. Ich werde jeden Tag zehn oder mehr Stunden am Tag üben, wenn ich muss. Wie lange wird es dann dauern?” Der Lehrer dachte einen Moment lang nach: „20 Jahre.”  

(Zen Geschichte)

Vor wenigen Tagen endete die erste Ausbildungsreihe zum Wertstiftenden Agile Coach. Zwölf Teilnehmer hatten sich im März auf den Weg gemacht und sind ihrem Ziel, ein*e Agile Coach zu werden, ein Stück näher gekommen. Die Intentionen, Profile und Hintergründe der Teilnehmer*innen waren genauso facettenreich, wie die Rollen und Aufgaben eines Agile Coaches. In dieser Randnotiz möchte ich sie kurz anreißen.

Was bedeutet es, ein Agile Coach zu sein? Um wertstiftend zu agieren, bewegt sich ein Agile Coach in vielen verschiedenen Kontexten – vom zentralen Selbst, über den einzelnen Menschen bis hin zum Durchstich des gesamten Systems.

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Das WIR beleben: agile wertbasierte Zusammenarbeit

In meiner täglichen Auseinandersetzung mit Führungskräften und Teams wird eines deutlich: Das Wissen um Werte ist elementar. In vielen Fällen scheint es jedoch, dass dem wirtschaftlichen Wert mehr beigemessen wird als den Werten. Unternehmerisches Handeln von Führungskräften hat oftmals einen klaren Fokus auf den Erfolg. Damit geht der Blick auf die Grundlage ihrer Entscheidungen verloren: nämlich auf die Werte, auf denen die Entscheidungen des Einzelnen und der gesamten Organisation beruhen.

Wertvorstellungen bestimmen, worauf wir achten, wie wir etwas gewichten, interpretieren, entscheiden, miteinander leben oder mit Konflikten umgehen. Werte sind Verhaltenstreiber, die benennen, was erstrebenswert ist. Durch Werte gelangen Menschen vom Denken zum Fühlen ins Handeln.

Gibt es überhaupt so etwas wie „agile Werte“? Wahrscheinlich nicht. Es sind Werte. Für mich sind agile Werte diejenigen Wertbegriffe, die sich durch die Verwendung des agilen Rahmenwerks Scrum etabliert haben. In der deutschen Fassung des Scrumguide, der Scrum definiert, steht geschrieben:

“Wenn die Werte Selbstverpflichtung (Commitment), Mut, Fokus, Offenheit und Respekt durch das Scrum-Team verkörpert und gelebt werden, werden die Scrum-Säulen Transparenz, Überprüfung und Anpassung lebendig und bauen bei allen Beteiligten Vertrauen zueinander auf.”

Und weiter heißt es:

“Der erfolgreiche Einsatz von Scrum beruht darauf, dass alle Beteiligten kompetenter bei der Erfüllung dieser fünf Werte werden.”

Für die Arbeit in Kundenprojekten nutzen wir die fünf Scrum-Werte in Ergänzung der Werte Vertrauen, Kommunikation und Feedback. Zusammen verkörpern diese 8 Werte alles, was für die Zusammenarbeit in einer agilen Organisation oder innerhalb eines agilen Teams notwendig ist.

Was es bedeutet, die o.a. agilen Werte zu leben und mit Inhalt zu füllen, möchten wir anhand der nachfolgenden Tabelle beispielhaft verdeutlichen*. Sie können diese Aufstellung beispielsweise dazu nutzen, um innerlich Ihre eigene Situation abzugleichen oder in die Auseinandersetzung mit ihren Mitarbeitern oder Kollegen zu gehen:

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8 Werte für die Helden der Arbeit

Als ich vor vielen Jahren in einer Agentur als Projektmanager arbeitete, war mein Arbeitsalltag von vielen persönlichen Tiefschlägen, harten Auseinandersetzungen, Bevormundung, Misstrauen, Überstunden sowie durch das Anzweifeln meiner Fertig- und Fähigkeiten geprägt. Es ging nicht nur mir so. Es herrschte eine gelebte Angstkultur, anhaltender Druck und das ständige Gefühl, nichts richtig zu machen oder entscheiden zu können. Meine anfängliche Euphorie, etwas bewegen zu können, schwand jeden Tag und ich stellte mir oft die Frage: Ist das jetzt mein Arbeitsleben?

Nachdem ich die Agentur hinter mir gelassen hatte und eine neue Stelle annahm, passierte das Beste, was mir zur damaligen Zeit passieren konnte. Ich kam in Berührung mit Scrum. Für mich eröffnete sich eine ganz neue Welt. Ich saugte förmlich alles zum Thema auf. Agilität wurde für mich zum Inbegriff des Arbeitens und ich war so froh, dass der Mensch in den Vordergrund rückte. Für viele meiner damaligen Kollegen war es ein Neuanfang. Es war eine ganz besondere Atmosphäre und ich spürte, dass meine Wertvorstellungen auf Gleichgesinnte trafen. Seitdem ist für mich klar, dass es nichts Wichtigeres für den Unternehmenserfolg gibt, als die Menschen dahinter und die Freiheit, Werte zu leben.

Mittlerweile haben sich die Rahmenbedingungen durch die voranschreitende Digitalisierung und Dynamik der Märkte für Unternehmen stark verändert. Der notwendige Wandel und die damit einhergehenden Lernzyklen müssen in immer kürzer werdenden Zeitabständen erfolgen. Durch die starke Verdichtung zählt vor allem der schnelle oder nächste Erfolg. Doch ich bin der festen Überzeugung: Legt ein Unternehmen keine solide Basis für eine Wertekultur und hinterfragt es nicht alte Denkmuster, ist es in kritischen Phasen und zunehmend unsicheren Zeiten unzureichend aufgestellt.

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Agile by Nature CAMP 2019

Ende August fand dieses Jahr das fünfte Agile by Nature CAMP statt. Bei großartigem Wetter wurden die aktuellen agilen Themen, brennenden Fragen, Simulationen oder Spiele ausprobiert. Wie auch die anderen Jahre zuvor, bestätigten die Teilnehmer wieder “die besondere Stimmung” des Events, bei der man in tiefgründige Gespräche oder Sessions eintauchen kann.

Als Organisator war ich besonders froh darüber, dass wir in diesem Jahr durchweg sonniges Wetter hatten, so dass auch viele Aktivitäten und Sessions in der Sonne stattfinden konnten.

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10 Jahre Scrum

„Success is not delivering a feature, it is learning how to solve a customer’s problem.“ 
// Eric Ries

Ich habe letztens festgestellt, dass mich Scrum mittlerweile über 10 Jahre in unterschiedlichen Unternehmen und Kontexten begleitet. Ein guter Zeitpunkt, um eine kurze Wasserstandsmeldung zu wagen.   

Meine agile Reise fing 2008 an. Ich erzähle noch heute immer wieder gerne von meiner Begeisterung, als ich die ersten Vorträge hörte, das erste Team als Scrum Master begleitete und wie die Sogkraft von Scrum immer stärker wurde. Daran hat sich bis heute auch nichts geändert. Für mich waren vor allem die Werte und Prinzipien des Agilen Manifests hinter Scrum der ausschlaggebende Punkt meiner steigenden Wissbegierde und starken Verbindung. Endlich steht der Mensch im Vordergrund. Egal ob im Unternehmen oder als Kunde.  

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