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Agil

Vertrauen

„Misstrauen ist ein Zeichen von Schwäche.” 
// Mohandas Karamchand Gandhi, Rechtsanwalt

Die neue Quartalsplanung wird mit einem zwei-tägigen Offsite eingeleitet. Die Manager die daran teilnehmen haben vorab von ihren Teams die neuen OKRs (Objectives and Key Results) eingesammelt. Nachdem sich alle in der großen Runde anderthalb Tage abgestimmt, ausgetauscht und verhandelt haben, kommt am Nachmittag des zweiten Tages der CEO dazu. Das aktuelle Ergebnis wird vorgestellt, debattiert, zerrissen und am Ende mit einem anderen Resultat im Sinne des CEO verabschiedet. 

Für den ein oder anderen Leser mag dieses Vorgehen altbekannte Routine sein. Die Teams werden nach eigenen Zielen gefragt, die sich an den definierten Jahreszielen orientieren. Doch durch vorhandene Machtstrukturen, Kontrolle und Entscheidungsbefugnisse wird der Grundgedanke der Partizipation sofort wieder zunichte gemacht. 
Für mich zeigt das genannte Beispiel, dass den Mitarbeitern nicht zugetraut wird, die richtigen Entscheidungen für das Unternehmen zu treffen. Im Alltag kann dies dazu führen, dass das Management zum Bottleneck wird, da immer alles von “oben” abgesegnet werden muss. Oftmals geht dies einher mit Mitarbeitern, die damit beschäftigt sind, Folien zu erstellen und diese in diversen Runden vorzutanzen. 

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10 Jahre Scrum

„Success is not delivering a feature, it is learning how to solve a customer’s problem.“ 
// Eric Ries

Ich habe letztens festgestellt, dass mich Scrum mittlerweile über 10 Jahre in unterschiedlichen Unternehmen und Kontexten begleitet. Ein guter Zeitpunkt, um eine kurze Wasserstandsmeldung zu wagen.   

Meine agile Reise fing 2008 an. Ich erzähle noch heute immer wieder gerne von meiner Begeisterung, als ich die ersten Vorträge hörte, das erste Team als Scrum Master begleitete und wie die Sogkraft von Scrum immer stärker wurde. Daran hat sich bis heute auch nichts geändert. Für mich waren vor allem die Werte und Prinzipien des Agilen Manifests hinter Scrum der ausschlaggebende Punkt meiner steigenden Wissbegierde und starken Verbindung. Endlich steht der Mensch im Vordergrund. Egal ob im Unternehmen oder als Kunde.  

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Mach mehr Fehler!

“There’s a way to do it better – find it.” 
// Thomas A. Edison

Edison hat tausende Materialien ausprobiert, um den Glühfaden für die Glühlampe zu finden. Bei einem der Versuche sagte sein Assistent zu ihm „All deine Versuche sind fruchtlos – wir haben nichts gelernt und erreicht. Ich bin mir nicht sicher, dass wir die Elektrizität für diesen Zweck nutzen können“. Edison antwortete darauf gelassen: „Oh, wir haben so Vieles während dieser Zeit gelernt. Wir wissen jetzt, dass wir tausende Elemente nicht nutzen können, um eine Glühbirne zu entwickeln.“

Oft kommt es mir so vor, als wollten Unternehmen Fehler ganz vermeiden oder nicht akzeptieren. Eine Fehlerkultur ist jedoch der Motor, um sich ständig weiterzuentwickeln. Dass Fehler gemacht werden, ist der erste Schritt der Weiterentwicklung, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint. Sicher ist doch wohl, dass Mitarbeiter Fehler nicht gerne und schon gar nicht absichtlich machen.

Das Anerkennen von Fehlern, die Suche nach Verbesserung und ständiges Inspizieren ist der Grundbaustein, um sich weiterzuentwickeln und eine Kultur des Vertrauens und der Innovation zu fördern. Gerade in der heutigen Zeit, ist dies ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. 

So, let’s make better mistakes tomorrow! 

Einmal im Quartal halte ich meine Leser mit einer persönlichen Randnotiz zu agilen Themen auf den Laufenden. Lesen Sie mit und melden Sie sich hier an.

Gastbeitrag: Sprint Zero – Die Null muss stehen

Gastbeitrag: Sven Röpstorff www.agiletransparency.com

Wenn man ein neues Projekt bei einem Kunden beginnt, muss man sich die Projektumgebung oft selbst organisieren oder doch zumindest sicherstellen, dass sie den eigenen Ansprüchen genügt. Gerade bei Scrum-Projekten möchte man gleich mit dem ersten Sprint Funktionalität implementieren und sich nicht erst noch mit organisatorischen Problemen herumschlagen, die man durchaus vorher hätte erledigen können. Trotzdem bin ich immer wieder überrascht, wie schlecht vorbereitet manche Teams in ihren ersten Sprint geschickt werden. Dabei ist es doch eigentlich ganz einfach –  man führt vor Sprint 1 einen sogenannten Sprint Zero durch. In diesem vorgelagerten Sprint wird der die Umgebung und der erste Sprint so vorbereitet, dass man sofort mit der Implementierung von Funktionalität beginnen kann. So vermeidet man die üblichen Probleme, z.B. dass man keinen Zugang zum Entwicklungsserver hat, dass ein Entwickler gern einen zusätzlichen Monitor hätte, dass die Stühle im Projektraum Rückenschmerzen verursachen usw.

Der Sprint Zero ist natürlich projekt- und unternehmensspezifisch, aber das folgende Praxisbeispiel gibt vielleicht einen guten Einblick, was man machen kann.

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Gastbeitrag: ATDD kurz erklärt – Die richtigen Dinge entwickeln

Gastbeitrag: Ralf Wirdemann www.b-simple.de

Akzeptanztest-getriebene Entwicklung (kurz ATDD, für Acceptance Test Driven Development) ist eine Entwicklungspraxis, in der die funktionalen Anforderungen einer User Story als konkrete und automatisierbare Beispiele vor der eigentlichen Entwicklung der Story selber geschrieben werden. ATDD fördert die Kommunikation zwischen Product Owner und Entwicklungsteam und hilft Software zu entwickeln, die der Kunde wirklich will. ATDD treibt die Entwicklung einer User Story entlang ihrer Akzeptanzkriterien. Akzeptanzkriterien beschreiben Geschäftsregeln, die erfüllt sein müssen, damit die Story als fertig gilt und vom Product Owner abgenommen wird. Betrachten wir als Beispiel eine User Story für die Durchführung einer Banküberweisung:

Als Kunde will ich einen Betrag von meinem Konto auf ein Zielkonto überweisen.

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