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Zusammenarbeit

Dann eben anders

Vor einiger Zeit begleitete ich ein Team, dass alleine nicht mehr in der Lage war, die alltäglichen Herausforderungen lösungsorientiert anzugehen. Ich fand jede Menge offene Konflikte und lose Enden, die es zusammenzuführen galt. Mitten in der Arbeit mit dem Team kam dann alles schlagartig anders. Es war März und die Pandemie schlug mit voller Wucht zu.

Für mich ist es nichts ungewöhnliches, Remote Coachings durchzuführen. Dieses mal war es jedoch anders, da alle mit der neuen Situation fertig werden mussten und der Fokus und die Umstände sich für jeden Einzelnen veränderten. Die Zeit, die wir uns gemeinsam vor Ort nahmen, musste nun online gestaltet werden. Für die Teammitglieder, die schon einige Schritte aufeinander zugegangen waren, fühlte es sich wie ein Rückschritt an.

Um diesem Gefühl etwas entgegenzusetzen und alle “näher zusammenzubringen” fiel mir eine Intervention ein. Diese kostete zwar etwas Vorbereitung, aber hatte es sich. Vielleicht inspiriert dich die Idee, um sie in abgewandelter Form auch auszuprobieren?

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Kartenset für deine Wertearbeit

In einem meiner letzten Beiträge habe ich fünf Spiele für die Ermittlung oder Vermittlung von Werten innerhalb eines Teams, Abteilung oder Organisation vorgestellt. Ich habe den spielerischen Ansatz gewählt, da dieser in meinen Augen einen leichten Zugang zu dem oft verbrannten Thema Werte bietet. Auf wertehelden.de stehen die Werte-Spiele sowie das Kartenset zum Selbstdruck kostenlos zur Verfügung.

Ab jetzt gibt es für diejenigen, die sich das Drucken und Schneiden ersparen möchten, eine Hochglanz Variante des Kartensets. Die Karten können für Einzel-Coachings als auch kleine bis große Teams variabel eingesetzt werden. Das Set besteht aus 55 Karten à 6 x 8 Wertekarten mit den Werten Mut, Offenheit, Selbstverpflichtung, Vertrauen, Fokus, Respekt, Kommunikation und Feedback.

Tja, was soll ich noch hinzufügen – schau es dir an!

Einmal im Quartal halte ich meine Leser*innen mit einer persönlichen Randnotiz zu agilen Themen auf den Laufenden. Melde dich schnell und einfach hier an.

Gewohntes

Laufen Sie immer im Uhrzeigersinn? Mir ist vor einigen Jahren aufgefallen, dass ich einige Dinge nicht so mache wie andere. Beim Joggen laufe ich zum Beispiel immer gegen den Uhrzeigersinn. Mein innerer Kompass bestimmt das eigenständig. Aus Gewohnheit. Letztens musste ich meine Route ändern und lief am Ende ein Teil der Strecke im Uhrzeigersinn. Mir wurde bewusst, wie bereichernd das war. Ich sah vieles zum ersten Mal und entdeckte die Laufstrecke aus einem ganz anderen Blickwinkel. Diese Erfahrung brachte mich auf die Idee zu diesem Artikel.
Im Arbeitsleben läuft vieles auch sprichwörtlich im Uhrzeigersinn. Häufig werde ich als Berater oder Coach dazu geholt, um die Richtung zu hinterfragen und neue Wege zu erarbeiten oder aufzuzeigen. Das ist gar keine so leichte Aufgabe. Ich zitiere oft folgendes Ergebnis einer medizinischen Studie: Schwerkranken Herzpatienten wurde gesagt, dass sie sehr wahrscheinlich bald sterben würden, wenn sie ihre Gewohnheiten nicht ändern, bspw. durch Sport, gesündere Ernährung oder Verzicht auf Alkohol. Lediglich einer von sieben Patienten schafft es wirklich, einen neuen Weg einzuschlagen. 

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Mach’s mit Liberating Structures

Seitdem ich Liberating Structures kennengelernt habe, nutze ich sie nicht nur für jegliche Art von Workshops, sondern vor allem auch für Retrospektiven. Für mich ist es immer wichtig, die beteiligten Personen bestmöglich und zielgerichtet zur Selbstorganisation und zum Selbstmanagement zu bewegen. Dies gelingt mit den 33 Mikrostrukturen perfekt, die ein sehr weites (wenn nicht unbegrenztes) Spektrum an Einsatzmöglichkeiten abdecken. Egal ob Retrospektive, Team Meeting, Entscheidungsfindung, Strategiemeeting oder Anforderungspriorisierung, die Strukturen helfen dabei, Menschen zum Mitmachen zu bewegen und sinnvolle Ergebnisse zu erzielen – sie brechen bestehende Strukturen auf. Für jeden Moderator ist das reichhaltige Menü an Strukturen ein gefundenes Fressen, um Teilnehmer jeder Gruppengröße einzubeziehen und ihnen die Kontrolle über die Ergebnisse zu übergeben. Durch die vorgegebenen Zeiten geschieht dies in einem klaren Rahmen und beeindruckenden Tempo.

Ein Gefühl von Langeweile

Bekannte Strukturen, wie bspw. Meetings, laufen in den häufigsten Fällen so ab: eine Person spricht, während viele sprichwörtlich in der Nase bohren. Ich habe Personen in Meetings schlafen, auf ihrem Telefon rumspielen oder wehmütig aus dem Fenster blicken sehen. In der Regel gibt es fünf Arten von Meetings. Präsentationen, Status Reports oder geführte Diskussionen führen oftmals zu dem von mir oben beschriebenen Szenarium. Einer redet – die anderen hören zu. Vieles von dem was da “präsentiert” wird, ist oftmals auch von Einzelnen erdacht und in ein enges Format gepresst. Darüber hinaus gibt es noch die offen Diskussionen oder Brainstorming-Sessions, bei denen der Rahmen unter Umständen gänzlich fehlt.

In diesen Situationen raufe ich mir als Teilnehmer die Haare. Ich habe es immer als schlimm empfunden, wenn die Menschen sich nicht beteiligen konnten, etwas “zum Fressen” vorgeworfen bekamen. Wenn auch wirklich alles dafür getan wurde, dass sich Kreativität nicht entfalten kann oder Wissen nicht genutzt wurde. Frontbeschallung eben.

Wie oben schon erwähnt, möchte ich in diesem Artikel das Beispiel einer Retrospektive anführen, um einen kleinen Einblick in die Nutzung der befreienden Strukturen zu geben.  Weiterlesen

Schwarze Flecken

Immer wieder begleite ich Projekte, in denen die Stimmung aus verschiedenen Gründen wie ein Sog alle und alles in eine Negativ-Spirale zieht. Die Beteiligten arbeiten unter Termindruck, nicht als Team zusammen, dürfen keine autonomen Entscheidungen treffen oder haben überhaupt das Gefühl nicht gehört zu werden. Wie auch immer diese Situation entsteht, alle wissen (oder haben das Gefühl), wie es anders, wie es richtig gehen soll. Sicherlich ist dem einen oder anderen Leser diese oder eine ähnliche Situation bekannt. Resultierend daraus entsteht Demotivation, eine “Dagegen”-Kultur, ein stetiges Diskutieren darüber, wie es sein sollte und was alles so im Großen und Ganzen nicht richtig läuft. Berechtigt oder nicht.

Bei einem meiner letzten Kundenprojekte steckte ich wieder in so einer Situation. Für die nächste Retrospektiven dachte ich mir deshalb etwas Neues aus: Ich teilte allen Teilnehmern ein Blatt Papier aus und legte es umgekehrt auf den Tisch. Weiterlesen