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Blick nach vorne

Ich bin jemand, der grundsätzlich nach vorne schaut. Die anhaltende Situation aufgrund der Pandemie führt jedoch auch bei mir zu größeren Anstrengungen, diese positive Einstellung und Denkweise aufrechtzuerhalten bzw. anderen zu vermitteln. Ich habe mich gefreut 2020 hinter mir zu lassen und viel Hoffnung in 2021 gepackt. Doch wie geht es nun weiter? Was bringen uns die nächsten Monate? Wie lange wird uns der Lockdown noch in Atem halten? Welche Veränderungen kommen noch auf uns zu? 

All diese Fragen sind wichtig, aber du wirst jetzt noch keine Antworten auf sie finden. Relevant ist für uns, was wir selbst beeinflussen können und dass wir Klarheit darüber haben, wo unser Einflussbereich endet. Nur so können wir einen Unterschied machen und vielleicht sogar etwas verändern. 
In meiner Arbeit spreche ich immer den persönlichen Einflussbereich des Coachees an. Vielleicht hast du schon einmal vom „Circle of Influence“ von Stephen R. Covey gehört? Es gibt nämlich einen Wirkungsbereich, über den du direkt die Kontrolle hast und einen Bereich, auf den du indirekt Einfluss nehmen kannst. Daneben gibt es einen Bereich, den du nur akzeptieren kannst. 

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Wert stiften

Ein Martial Arts Student ging zu seinem Lehrer und sagte ernsthaft: „Ich widme mich mit voller Aufmerksamkeit dem Studium Ihres Kampfsystems. Wie lange werde ich brauchen, um es zu meistern?” Die Antwort des Lehrers war beiläufig: „Zehn Jahre.”
Ungeduldig antwortete der Student: „Aber ich möchte es schneller meistern. Ich werde sehr hart arbeiten. Ich werde jeden Tag zehn oder mehr Stunden am Tag üben, wenn ich muss. Wie lange wird es dann dauern?” Der Lehrer dachte einen Moment lang nach: „20 Jahre.”  

(Zen Geschichte)

Vor wenigen Tagen endete die erste Ausbildungsreihe zum Wertstiftenden Agile Coach. Zwölf Teilnehmer hatten sich im März auf den Weg gemacht und sind ihrem Ziel, ein*e Agile Coach zu werden, ein Stück näher gekommen. Die Intentionen, Profile und Hintergründe der Teilnehmer*innen waren genauso facettenreich, wie die Rollen und Aufgaben eines Agile Coaches. In dieser Randnotiz möchte ich sie kurz anreißen.

Was bedeutet es, ein Agile Coach zu sein? Um wertstiftend zu agieren, bewegt sich ein Agile Coach in vielen verschiedenen Kontexten – vom zentralen Selbst, über den einzelnen Menschen bis hin zum Durchstich des gesamten Systems.

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Werte (be)leben

Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

Wilhelm von Humboldt, Gelehrter

Vor einigen Jahren begleitete ich ein Unternehmen, dass schon viele Jahre am Markt ist. In meiner Rolle als Agile Coach sorgte ich anfangs vor allem in den Entwicklungsteams dafür, dass bewusst auf agile Werte und Prinzipien geachtet wurde. Ich ließ Teams entscheiden, welche Werte sie für am wichtigsten und sinnvollsten hielten. Ich traf Vereinbarungen mit Führungskräften und einigte mich auf einige wenige Werte, die nun für alle galten. Diese wurden im Anschluss für alle Mitarbeiter sichtbar gemacht und immer wieder während Retrospektiven, den täglichen Stand-ups oder bei der Auswertung des Stimmungsbildes im Team bewusst vor Augen gehalten. Sie wurden zu einem wichtigen Bestandteil des Arbeitsalltags. Dies gelang dadurch, dass ich auch von den Führungskräften das Leben der Werte einforderte und jeder die Werte akzeptierte, dadurch dass sie gemeinschaftlich beschlossen wurden und als klare Leitplanken galten. 

Je stärker die Akzeptanz der Werte in den von mir begleiteten Abteilungen wuchs, desto mehr kam es an Schnittpunkten mit anderen Abteilungen zu einem Kultur-Clash. Zuerst löschte ich die Feuer im Kleinen. Dabei wurde jedoch immer deutlicher, dass die Firma mit ihrer langen Historie, den Abteilungssilos und diversen Führungswechseln keine klaren Unternehmenswerte benennen konnte. Anfänglich war ich froh, dass ich mit meiner Bitte, neue Werte für die Organisation zu erstellen, auf offene Ohren stieß. 

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Agil sein! Au-ja!

„Eine abschlägige Antwort ist weniger als nichts.” 
// August von Platen-Hallermünde, Dichter

Warum agil? Zu wenige stellen sich diese Frage oder beantworten sie, bevor sie sich mit dem „agil werden“ auseinandersetzen. In vielen Gesprächen bei potentiellen Kunden stelle ich diese Frage zu Beginn einer jeden Auftragsklärung. Auch wenn das Unternehmen von sich behauptet, bereits „agil zu sein“. Da „alle“ mittlerweile agil geworden sind, scheint es mit dem agil werden auch keine unlösbare Aufgabe zu sein. 
Doch von welcher Agilität sprechen wir hier eigentlich? Wohl kaum von der Hundesportart „Agility“, die nach einschlägigen Quellen die harmonische Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier verbessert. 

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Vertrauen

„Misstrauen ist ein Zeichen von Schwäche.” 
// Mohandas Karamchand Gandhi, Rechtsanwalt

Die neue Quartalsplanung wird mit einem zwei-tägigen Offsite eingeleitet. Die Manager die daran teilnehmen haben vorab von ihren Teams die neuen OKRs (Objectives and Key Results) eingesammelt. Nachdem sich alle in der großen Runde anderthalb Tage abgestimmt, ausgetauscht und verhandelt haben, kommt am Nachmittag des zweiten Tages der CEO dazu. Das aktuelle Ergebnis wird vorgestellt, debattiert, zerrissen und am Ende mit einem anderen Resultat im Sinne des CEO verabschiedet. 

Für den ein oder anderen Leser mag dieses Vorgehen altbekannte Routine sein. Die Teams werden nach eigenen Zielen gefragt, die sich an den definierten Jahreszielen orientieren. Doch durch vorhandene Machtstrukturen, Kontrolle und Entscheidungsbefugnisse wird der Grundgedanke der Partizipation sofort wieder zunichte gemacht. 
Für mich zeigt das genannte Beispiel, dass den Mitarbeitern nicht zugetraut wird, die richtigen Entscheidungen für das Unternehmen zu treffen. Im Alltag kann dies dazu führen, dass das Management zum Bottleneck wird, da immer alles von “oben” abgesegnet werden muss. Oftmals geht dies einher mit Mitarbeitern, die damit beschäftigt sind, Folien zu erstellen und diese in diversen Runden vorzutanzen. 

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