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Bleib dran etwas Neues zu gestalten

Ich mag meinen Beruf sehr und bin leidenschaftlich dabei, meine Mission von einer nachhaltig wertebasierten und menschlicheren Arbeitswelt in die Tat umzusetzen. Jedoch ist der Alltag in der Rolle als Agile Coach oftmals nicht leicht, da ich viel mit Veränderungen zu tun habe, die sich auf viele Bereiche der Organisation und somit auf die der Mitarbeiter:innen auswirken. 

So ist der Arbeitsalltag häufig zäh, langatmig und kann unter anderem frustrierend sein. Kurzfristige Erfolge kommen oft dem hohen Veränderungsdruck und den ambitionierten Zielen der Unternehmen unter die Räder. Für Leadership oder den Menschen ist wenig Zeit, wenn es darum geht, die Quartalszahlen zu erreichen oder das Jahresziel einzufahren, damit Investoren, Vorstände und Geschäftsführung glücklich sind. 

Während meiner Arbeit mit Führungskräft:innen treffe ich häufig auf jene, die gleichzeitig verschiedene Veränderungen anschieben und in ihrer Position dafür Sorge tragen müssen, dass diese auch erfolgreich sind. Interne und technologische Umstrukturierungen, diverse ambitionierte Projekte in paralleler Arbeit bis hin zu einer neuen Unternehmenskultur und dem Wunsch “agiler” zu werden, sind keine Seltenheit. Oftmals laufen diese großen Initiativen gleichzeitig ab. All diese Themen prasseln gnadenlos auf die Mitarbeiter:innen ein. Der Großteil meiner Arbeit besteht dann oftmals darin, den Führungskräft:innen aufzuzeigen, wie sich – ihre – Mitarbeiter:innen fühlen. Überfordert. Allein gelassen. Nicht gehört. Nicht gesehen. 

“Erfolg ist ein Marathon und kein Sprint.“ 

Bodo Schäfer, Unternehmer

Es ist schon eine Weile her, dass ich an Marathon-Läufen teilgenommen habe. Aber ich weiß genau, wenn ich im Marathon-Training nur Sprints gelaufen wäre, dann hätte ich sicher nicht durchgehalten. Genau dies ist auch eine meiner Metaphern, die ich häufig verwende: Warum glauben Unternehmen oder Führungskräft:innen eigentlich, dass sie nicht trainieren müssen? Warum zählen nur die kurzfristigen Erfolge des Quartals oder des aktuellen Geschäftsjahres, wenn ich die Langstrecke laufen möchte? In der Sportwelt würde niemand auf die Idee kommen, jemanden untrainiert mit der Erwartung ins Rennen zu schicken, das nächste Rennen zu gewinnen. Und heutzutage ist noch nicht einmal klar, für welche Art von Rennen wir eigentlich tagtäglich an den Start gehen.

Vielleicht hilft auch dir diese Metapher, um sie für dich oder deinen Arbeitsalltag zu verwenden. Sie ist meines Erachtens auf vieles anwendbar. Ich habe dir fünf Impulse für deinen Arbeitsalltag zusammengestellt, die dir dabei helfen sollen, dich und dein Umfeld weg vom Status Quo zu bewegen.

Kleine Schritte

Beim Training für einen Marathon wird über die Zeit immer weiter das Niveau gesteigert. Auch ein Unternehmen sollten dem Niveau entsprechend kleinere Schritte avisieren und stetig reflektieren. Wichtig ist vor allem, dass Rückschläge auftauchen werden. Ob es nun wie beim Laufen hier und da zwickt und zwackt oder ein Team den dritten Sprint in Folge reißt, es gilt sich nicht entmutigen zu lassen und den nächsten Schritt zu machen. 

Dem Ganzen einen Sinn geben

Unternehmen benötigen einen neuen Trainingsansatz und -plan, wenn sie zukünftig das Rennen machen wollen. Wichtig ist, dass die Mitarbeiter:innen den Sinn des unternehmerischen Handelns verstehen.

Ablenkungen reduzieren

Es gibt viele Dinge, die potentiell wichtiger sind. Beim Training zu Hause locken ggf. die Freunde mit dem gemeinsamen Fußballabend vor dem Fernseher. Auf Arbeit sind es eben die vielen erfolgsversprechenden Geschäftsideen. Wichtig ist hier, dass langfristige Ziel nicht aus den den Augen zu verlieren und sich auf den Kern und das Kundenversprechen zu fokussieren.

Umgebung im Blick behalten

Um langfristig erfolgreich zu sein, muss es eine Umgebung geben, in der sich jeder entfalten kann. Zur Umgebung gehört jedoch noch mehr als Atmosphäre, Räumlichkeiten, Menschen oder Technologien. Auch der Fan des Unternehmens, sprich der Kunde, gehört dazu. 

Selbst vorangehen

Heutige und zukünftige Führungskräft:innen brauchen Leadership Qualitäten und eine Haltung, um Mitarbeiter:innen oder Teams zu motivieren und von der Sinnhaftigkeit des eigenen Tun & Handelns zu begeistern. Nur so können zusammen schwierige Wegstrecken und Einflüsse überwunden werden. Es benötigt nicht nur Siegeswille sondern vor allem eine stark ausgeprägte Kommunikation, Vertrauen, Empathie und die Überzeugung, dass jede:r Mitarbeiter:in gewillt ist, dass Rennen zu gewinnen. 

Wenn sich auch deine Organisation den aktuellen Herausforderungen stellt, erinnere sie daran, dass kurzfristige wirtschaftliche Erfolge nichts mit dem Marathon einer Kultur- und Haltungsveränderung zu tun haben. Gib nicht auf! 

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