Halte deinem Team den Wertespiegel vor

Auf wertehelden.de ist die Spielesammlung gewachsen. Passend zum Buch “Agile Werte leben” finden Scrum Master:innen, Agile Coach:innen oder Führungskräft:innen dort eine Reihe an Spielen, die alleine oder mit Teams gespielt werden können. Im Vordergrund stehen die Arbeit an der Haltung und an einem gemeinsamen Verständnis der jeweiligen Werte für das Team. Basis des Buches und der Spiele sind die fünf Scrum Werte Respekt, Mut, Fokus, Offenheit und Commitment ergänzt durch Vertrauen, Kommunikation und Feedback.

Diese Werte sind die Basis für eine gesunde Zusammenarbeit und Gesprächsgrundlage, um sich mit dem “Wie wollen wir zusammen arbeiten?” auseinanderzusetzen. Beim Spiel “Wertespiegel” geht es darum, das Eigen- und Fremdbild von Teammitgliedern abzugleichen. Teilnehmende bekommen den Spiegel vorgehalten, ob ihre Einschätzung von sich selbst mit denen der anderen Teammitglieder:innen übereinstimmt. Gleichzeitig schauen alle gemeinsam nach Verbesserungspotential.

Weiterlesen

Zwei Welten

“Würde man den Mitarbeitern statt nur zu sagen, was sie zu tun haben, öfter erklären, wozu sie das tun, dann wären wir schon viel näher an der agilen Organisation als mit jeder agilen Methode.“ 

Dr. Markus Reimer, Business Expert

Der Druck sich zu verändern steigt für Unternehmen von Tag zu Tag. Viele Unternehmen haben sich schon vor Jahren „agiler“ aufgestellt. Was das für das jeweilige Unternehmen bedeutet, kann sehr unterschiedlich sein. Aus meiner eigenen Erfahrung bedeutet es vor allem, dass sich ein Teil der Firma „agil“ organisiert. Agilität, wird also nicht, als Haltung verstanden und gefordert. Von allen. 

Demnach kann sich Agilität auch nicht entfalten. Viele Unternehmen bewegen sich gleichzeitig in zwei Welten, der alten, tayloristisch geprägten und der neuen, agilen Welt. Ein Beispiel aus dem Alltag: Seit über zehn Jahren arbeitet ein Mitarbeiter bereits im Unternehmen. Nachdem das Unternehmen in einer erste Welle der „Agilisierung“ entschieden hatte, dass es keine Abteilungs- und Teamleiter mehr geben darf, wird der Mitarbeiter vor die Entscheidung gestellt, die Rolle des Product Owners oder Team Coach zu übernehmen. Da ab jetzt die Erwartung der Führungsetage ist, alles laufe nun selbstorganisiert, ist der Mitarbeiter auf sich alleine gestellt. Dass es ihm nach dieser und weiteren einschneidenden Maßnahmen nicht gut geht, er am Management, der neuen Kultur, dem Vorgehen und somit am gesamten Unternehmen stark zweifelt, macht er mit sich selbst aus. Er findet Anklang bei seinen Kolleg:innen, die ihn sehr gut verstehen können. Die Produktivität und Motivation lässt für alle spürbar nach. Der neue Leiter der Abteilung, der schon in diversen agilen Unternehmen gearbeitet hat, erhält genau diesen ersten Eindruck vom Mitarbeiter. Da dieser zudem keine Entwicklungsmaßnahmen oder -gespräche erhält und in der neuen Rolle auf sich allein gestellt ist, verstärkt sich das Bild des Abteilungsleiters: „Der will und kann nicht. Wir brauchen Leute mit dem richtigen Mindset!“. 

Weiterlesen

Blick nach vorne

Ich bin jemand, der grundsätzlich nach vorne schaut. Die anhaltende Situation aufgrund der Pandemie führt jedoch auch bei mir zu größeren Anstrengungen, diese positive Einstellung und Denkweise aufrechtzuerhalten bzw. anderen zu vermitteln. Ich habe mich gefreut 2020 hinter mir zu lassen und viel Hoffnung in 2021 gepackt. Doch wie geht es nun weiter? Was bringen uns die nächsten Monate? Wie lange wird uns der Lockdown noch in Atem halten? Welche Veränderungen kommen noch auf uns zu? 

All diese Fragen sind wichtig, aber du wirst jetzt noch keine Antworten auf sie finden. Relevant ist für uns, was wir selbst beeinflussen können und dass wir Klarheit darüber haben, wo unser Einflussbereich endet. Nur so können wir einen Unterschied machen und vielleicht sogar etwas verändern. 
In meiner Arbeit spreche ich immer den persönlichen Einflussbereich des Coachees an. Vielleicht hast du schon einmal vom „Circle of Influence“ von Stephen R. Covey gehört? Es gibt nämlich einen Wirkungsbereich, über den du direkt die Kontrolle hast und einen Bereich, auf den du indirekt Einfluss nehmen kannst. Daneben gibt es einen Bereich, den du nur akzeptieren kannst. 

Weiterlesen

Wert stiften

Ein Martial Arts Student ging zu seinem Lehrer und sagte ernsthaft: „Ich widme mich mit voller Aufmerksamkeit dem Studium Ihres Kampfsystems. Wie lange werde ich brauchen, um es zu meistern?” Die Antwort des Lehrers war beiläufig: „Zehn Jahre.”
Ungeduldig antwortete der Student: „Aber ich möchte es schneller meistern. Ich werde sehr hart arbeiten. Ich werde jeden Tag zehn oder mehr Stunden am Tag üben, wenn ich muss. Wie lange wird es dann dauern?” Der Lehrer dachte einen Moment lang nach: „20 Jahre.”  

(Zen Geschichte)

Vor wenigen Tagen endete die erste Ausbildungsreihe zum Wertstiftenden Agile Coach. Zwölf Teilnehmer hatten sich im März auf den Weg gemacht und sind ihrem Ziel, ein*e Agile Coach zu werden, ein Stück näher gekommen. Die Intentionen, Profile und Hintergründe der Teilnehmer*innen waren genauso facettenreich, wie die Rollen und Aufgaben eines Agile Coaches. In dieser Randnotiz möchte ich sie kurz anreißen.

Was bedeutet es, ein Agile Coach zu sein? Um wertstiftend zu agieren, bewegt sich ein Agile Coach in vielen verschiedenen Kontexten – vom zentralen Selbst, über den einzelnen Menschen bis hin zum Durchstich des gesamten Systems.

Weiterlesen

Dann eben anders

Vor einiger Zeit begleitete ich ein Team, dass alleine nicht mehr in der Lage war, die alltäglichen Herausforderungen lösungsorientiert anzugehen. Ich fand jede Menge offene Konflikte und lose Enden, die es zusammenzuführen galt. Mitten in der Arbeit mit dem Team kam dann alles schlagartig anders. Es war März und die Pandemie schlug mit voller Wucht zu.

Für mich ist es nichts ungewöhnliches, Remote Coachings durchzuführen. Dieses mal war es jedoch anders, da alle mit der neuen Situation fertig werden mussten und der Fokus und die Umstände sich für jeden Einzelnen veränderten. Die Zeit, die wir uns gemeinsam vor Ort nahmen, musste nun online gestaltet werden. Für die Teammitglieder, die schon einige Schritte aufeinander zugegangen waren, fühlte es sich wie ein Rückschritt an.

Um diesem Gefühl etwas entgegenzusetzen und alle “näher zusammenzubringen” fiel mir eine Intervention ein. Diese kostete zwar etwas Vorbereitung, aber hatte es sich. Vielleicht inspiriert dich die Idee, um sie in abgewandelter Form auch auszuprobieren?

Weiterlesen