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Schwarze Flecken

Immer wieder begleite ich Projekte, in denen die Stimmung aus verschiedenen Gründen wie ein Sog alle und alles in eine Negativ-Spirale zieht. Die Beteiligten arbeiten unter Termindruck, nicht als Team zusammen, dürfen keine autonomen Entscheidungen treffen oder haben überhaupt das Gefühl nicht gehört zu werden. Wie auch immer diese Situation entsteht, alle wissen (oder haben das Gefühl), wie es anders, wie es richtig gehen soll. Sicherlich ist dem einen oder anderen Leser diese oder eine ähnliche Situation bekannt. Resultierend daraus entsteht Demotivation, eine „Dagegen“-Kultur, ein stetiges Diskutieren darüber, wie es sein sollte und was alles so im Großen und Ganzen nicht richtig läuft. Berechtigt oder nicht.

Bei einem meiner letzten Kundenprojekte steckte ich wieder in so einer Situation. Für die nächste Retrospektiven dachte ich mir deshalb etwas Neues aus: Ich teilte allen Teilnehmern ein Blatt Papier aus und legte es umgekehrt auf den Tisch. Weiterlesen

Partner Kanban: Wie man mit Post-its ein Kind zeugt

Während meiner Kanban Workshops erzähle ich immer mit ein wenig Augenzwinkern, dass die Geburt meines Sohnes mit einem privaten Kanban geplant war. Natürlich ist das nur die halbe Wahrheit – obwohl alle die mich näher kennen, dies sogar für möglich halten würden.

Meine Partnerin und ich pflegen ein gemeinsames Kanban. In diesem Beitrag möchte ich zusammenfassen, wie wir Kanban für die Jahresplanung und im Alltag nutzen und was es mit dem Nachwuchs auf sich hat. Gleichzeitig ist dies ein Aufruf, es selber auszuprobieren – in der Partnerschaft, im Familienkontext oder einfach für das nächste private Projekt. Ihr könnt mir glauben, dass Ergebnis lohnt sich. 👶

Kanban im privaten Umfeld

Kanban wird schon lange nicht mehr nur im Unternehmenskontext verwendet. Viele derer, die Kanban im beruflichen Alltag einsetzen, nutzen die Vorteile auch im Privaten. Aufschreiben, Visualisieren und Limitieren – das alles hilft mir für meine Selbstorganisation. Personal Kanban hat viele Facetten. Während ich für mich persönlich immer ein kleines Kanban auf dem Tisch kleben habe, nutzen wir für unsere gemeinsame Planung eine Kombination aus physischem Kanban Board und digitaler Version, die wir von überall erreichen können. Partner Kanban funktioniert für uns in der Partnerschaft hervorragend.

Die grobe Planung: Ideen, Wünsche & Ziele für ein Jahr

Die Retrospektive, Planung und Durchführung läuft in folgenden Schritten ab:

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100% Auslastung – alles Einstellungssache

Boris Gloger schrieb vor einiger Zeit, dass Denken in Auslastung blödsinnig ist. Angeregt durch den Beitrag und das Thema, fielen mir Situationen ein, bei denen Manager auf mich als Scrum Master oder meinen Product Owner zukamen und behaupteten, dass die Teams, mit denen ich arbeitete, nicht ausgelastet seien. Nach einem kurzen Gespräch mit den Managern und betroffenen Teammitgliedern, konnte ich mir dann schnell ein Bild von der eigentlichen Situation machen und die Kommunikation in die richtige Richtung lenken. Wie kam es zu der Annahme und was tue ich in diesen Situationen?

Das Missverständnis

Treffen sich ein Manager und Entwickler auf dem Flur. Sagt der Manager „Na, wie läufts bei euch im Team, kommt ihr voran?“ Darauf sagt der Entwickler „Diesen Sprint habe ich nicht wirklich etwas zu tun, da das Sprint Backlog nur Backlog Items für die Frontend-Entwickler enthält.“ Denkt sich der Manager „Hmmm…, da sitzt jemand rum und hat nichts zu tun!“.

Sie merken, dieser angedeutete Witz hat keine Pointe, weil diese Situation in vielen Unternehmen zum Alltag gehört. Was so nebenbei beim Small-Talk ausgetauscht wird, wirkt sich häufig in falschen Annahmen aus. Leider ist es bei vielen Managern immer noch so, dass sie annehmen, eine 100% Auslastung sei erstrebenswert. Wenn also jemand sagt, dass er „nichts zu tun hat“, dann bedeutet dies für den Manager, dass nicht effizient gearbeitet wird oder der Drang zum regulierenden Eingreifen steigt. Als Scrum Master ist es in diesen Situationen wichtig, in Richtung Management und Scrum Team zu kommunizieren. Weiterlesen

Manager in Retrospektiven

Ich hatte vor einigen Tagen eine Unterhaltung mit einem Kollegen darüber, ob Manager an Retrospektiven teilnehmen sollten oder nicht. Mein Kollege war der Meinung, dass es zu mehr Transparenz führen würde und die Manager ruhig mitbekommen sollten, was das Team bewegt. Ich bin hier anderer Meinung, da die Retrospektive dem Team gehört und das Event Raum für einen offenen Austausch innerhalb des Teams schafft.

Es fällt jedoch auch hier schwer zu generalisieren und es kommt auf verschiedene Faktoren an, wie bspw. die aktuelle Situation im Team oder dem Unternehmen, die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Firmenkultur oder der Grad des agilen Verständnisses bei den Beteiligten. 

Einen Schritt zurück

Wofür sind Sprint Retrospektiven da? Während des Events schaut das Scrum Team auf den gerade vergangenen Sprint zurück und entwickelt zusammen einen Plan, um aufgedeckte Schwächen in Stärken umzuwandeln oder zu beseitigen. Im Vordergrund stehen dabei nicht nur die zwischenmenschlichen Beziehungen, sondern vor allem die Steigerung der Qualität der Arbeit und somit des Produkts. Die Inspektion der Dinge, die verbessert werden sollen und die Ausarbeitung von Maßnahmen zur Verbesserung, obliegen dabei den Beteiligten – dem Scrum Team.  Das Event bildet eine Art Schutzraum für das Team, um jegliche Schritte zu besprechen, die dazu führen, dass ein Team sich professionalisiert. Dieser Schutzraum muss meiner Meinung nach erhalten bleiben, denn nur das Team kann sich im Sinne der Selbstorganisation Ziele setzen.

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Scrum praxisnah erläutert

Es ist geschafft! Sven und ich haben in den letzten Wochen und Monaten an einem für uns ganz speziellen Großprojekt gearbeitet – unser gemeinsames Buch. Es war eine tolle Idee, ein kurzer Entschluss und ein langer Weg bis hierher. Doch es hat sich unserer Meinung nach gelohnt, vor allem für die späteren Leser von „Scrum in der Praxis“ (www.scrum-in-der-praxis.de).

Erfahrungen, Problemfelder und Erfolgsfaktoren lautet der Untertitel und spiegelt damit auch im wesentlichen den Inhalt des Buches wieder. Wir wollten ein Buch schreiben, dass unsere Erfahrungen aus der alltäglichen Arbeit mit Scrum Teams zusammenfasst und die Scrum Theorie erleb- und greifbar macht. 

Agil Vor(an)gehen

Viele Unternehmen haben mittlerweile die Vorteile agiler Vorgehensweisen erkannt und wagen den Schritt weg vom traditionellen Projektmanagement hin zur Agilität. Die mit großem Abstand am weitesten verbreitete Methode ist aktuell Scrum. Allerdings bietet Scrum in seiner Reinform lediglich ein Rahmenwerk, innerhalb dessen eigene Ideen und Kreativität erforderlich und sogar erwünscht sind, sofern sie die gegebenen Rahmenbedingungen nicht verletzen. Um Scrum möglichst effizient mit Leben zu füllen, bedarf es einiger praktischer Erfahrung und eines grundlegenden Verständnisses des agilen Wertesystems. Beides ist nicht durch den Besuch eines zweitägigen Zertifizierungskurses zu erlangen, sondern muss durch operative Arbeit in agilen Projekten erlebt und erlernt werden. Weiterlesen