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Retrospektiven

Mach’s mit Liberating Structures

Seitdem ich Liberating Structures kennengelernt habe, nutze ich sie nicht nur für jegliche Art von Workshops, sondern vor allem auch für Retrospektiven. Für mich ist es immer wichtig, die beteiligten Personen bestmöglich und zielgerichtet zur Selbstorganisation und zum Selbstmanagement zu bewegen. Dies gelingt mit den 33 Mikrostrukturen perfekt, die ein sehr weites (wenn nicht unbegrenztes) Spektrum an Einsatzmöglichkeiten abdecken. Egal ob Retrospektive, Team Meeting, Entscheidungsfindung, Strategiemeeting oder Anforderungspriorisierung, die Strukturen helfen dabei, Menschen zum Mitmachen zu bewegen und sinnvolle Ergebnisse zu erzielen – sie brechen bestehende Strukturen auf. Für jeden Moderator ist das reichhaltige Menü an Strukturen ein gefundenes Fressen, um Teilnehmer jeder Gruppengröße einzubeziehen und ihnen die Kontrolle über die Ergebnisse zu übergeben. Durch die vorgegebenen Zeiten geschieht dies in einem klaren Rahmen und beeindruckenden Tempo.

Ein Gefühl von Langeweile

Bekannte Strukturen, wie bspw. Meetings, laufen in den häufigsten Fällen so ab: eine Person spricht, während viele sprichwörtlich in der Nase bohren. Ich habe Personen in Meetings schlafen, auf ihrem Telefon rumspielen oder wehmütig aus dem Fenster blicken sehen. In der Regel gibt es fünf Arten von Meetings. Präsentationen, Status Reports oder geführte Diskussionen führen oftmals zu dem von mir oben beschriebenen Szenarium. Einer redet – die anderen hören zu. Vieles von dem was da „präsentiert“ wird, ist oftmals auch von Einzelnen erdacht und in ein enges Format gepresst. Darüber hinaus gibt es noch die offen Diskussionen oder Brainstorming-Sessions, bei denen der Rahmen unter Umständen gänzlich fehlt.

In diesen Situationen raufe ich mir als Teilnehmer die Haare. Ich habe es immer als schlimm empfunden, wenn die Menschen sich nicht beteiligen konnten, etwas „zum Fressen“ vorgeworfen bekamen. Wenn auch wirklich alles dafür getan wurde, dass sich Kreativität nicht entfalten kann oder Wissen nicht genutzt wurde. Frontbeschallung eben.

Wie oben schon erwähnt, möchte ich in diesem Artikel das Beispiel einer Retrospektive anführen, um einen kleinen Einblick in die Nutzung der befreienden Strukturen zu geben.  Keep Reading

Retrospektiven nachhaltig gestalten – Interview Diana Larsen

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Diana Larsen

Vor einigen Wochen hatte ich die Gelegenheit ein Interview mit Diana Larsen, Co-Autorin des Buches „Agile Retrospectives: Making Good Teams Great!„, zu führen. Diana Larsen, die neben ihrer Karriere als Beraterin und Unternehmerin auch dem Board of Directors der Agile Alliance angehört, ist aktuell in vielen Ländern rund um den Erdball unterwegs, um Führungskräfte und Teams bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Zusammenarbeit mit technischen Experten, richtet Diana den Fokus auf die menschliche Seite der Organisationen, Teams und Projekte. Sie gibt ihren Kunden die Werkzeuge an die Hand, die sie zur Ausgestaltung der Arbeitsumgebung benötigen, um produktive Teams zu schaffen. Sie zeigt Lösungen und Möglichkeiten auf, wo andere nur Barrieren und Hindernisse sehen.

Im Interview beantwortet Diana meine Fragen zu häufigen Problemfällen bei der Durchführung von agilen Retrospekiven und wie man diese vermeiden kann.

Diana, ich freue mich wirklich darüber, dass du Zeit für dieses Interview findest. Ich habe mir viele Gedanken über eine Einstiegsfrage gemacht, konnte mich jedoch nicht entscheiden. Daher frage ich dich, was für eine Frage hast du über das Thema agile Retrospektiven noch nicht gehört?

Seit 2006, als das Buch erschien, habe ich viele unerwartete Fragen gehört. Die Gruppe von Agilisten und Projektmanagern ist sehr gründlich in ihrem Denken.  Ich denke, ich habe noch nie gehört „Warum ähnelt eine agile Retrospektive dem Verzehr eines Elefants?“

Warum ähnelt eine agile Retrospektive dem Verzehr eines Elefanten?

Man muss bei beiden einen Bissen nach dem anderen machen. Es funktioniert nicht, wenn man es ohne Planung tut.
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