Heilige Messe

Ich habe vor kurzem an einer Schulung teilgenommen. Diese wurde von einem anerkannten und bekannten Trainer durchgeführt, einem richtigen Spezialisten in seiner Domäne. Auf der Schulung musste ich wiederholt feststellen, dass manche Coaches häufig etwas von einem Priester haben und versuchen ihre Religion für das einzig Wahre und Glaubwürdige zu verkaufen.

Was mich genau daran stört ist, dass ich diesen Agilisten etwas mehr Weitblick zuspreche, als bspw. nur Kanban oder Scrum als Gottheit anzusehen. Sie müssen doch nicht so tun, als wären andere Glaubensrichtungen falsch. Als hätte es vorher nichts anderes gegeben, an das sie geglaubt hätten. Dabei sind doch genau diese Spezialisten einen langen Weg gegangen und haben erkannt und gelernt, welche Vor- und Nachteile die einzelnen Glaubensrichtungen haben. XP, Scrum oder Kanban egal was es sein mag, alle diese Methoden oder Werkzeuge haben etwas für sich.

Letztendlich sind es Instrumente, die sich nicht ausschließen sondern ergänzen. Agilität bedeutet ja vor allem auch, das einzusetzen, was funktioniert. Und da schöpft man meines Erachtens aus vielen verschiedenen Religionen. Es gibt nicht das ideale Werkzeug oder die ideale Methode. Es sind doch häufig viel mehr die Erfahrungen des Trainers oder Coaches, die er mit einem Griff in seinen Werkzeugkasten seinem Team weitergeben kann.

Ich würde mir wünschen, dass diese Priester offener mit ihrem Wissen umgehen würden, als gegen andere Glaubensrichtungen zu wittern.

In diesem Sinne, Atmen.

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