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Robert Wiechmann

Dipl.-Kaufm. Robert Wiechmann unterstützt mit Herzblut Organisationen bei ihrer agilen Transition. Neben der Unterstützung und dem Aufbau von Scrum und Kanban Teams in der Softwareentwicklung, lässt er auch alle weiteren Unternehmensbereiche nicht aus dem Auge. Er hat Freude daran, Teams jeglicher Fasson zu einer Einheit zusammenzuschweißen und sich dabei ständig weiterzuentwickeln. Die Basis seiner Arbeit baut auf Respekt, Vertrauen sowie Wertschätzung auf. Wichtig ist ihm das Zusammenspiel von Zielorientierung, Klarheit, Einfachheit, Selbstverantwortung, Kreativität und Spaß. Sein Mut, offen auch unbequeme Dinge anzusprechen, lässt die Arbeit mit ihm praxisorientiert und auf Augenhöhe sein. Seine Arbeit als Agiler Coach ist von Kreativität geprägt und scheut auch nicht die Beschreitung neuer Wege.

Schwarze Flecken

Immer wieder begleite ich Projekte, in denen die Stimmung aus verschiedenen Gründen wie ein Sog alle und alles in eine Negativ-Spirale zieht. Die Beteiligten arbeiten unter Termindruck, nicht als Team zusammen, dürfen keine autonomen Entscheidungen treffen oder haben überhaupt das Gefühl nicht gehört zu werden. Wie auch immer diese Situation entsteht, alle wissen (oder haben das Gefühl), wie es anders, wie es richtig gehen soll. Sicherlich ist dem einen oder anderen Leser diese oder eine ähnliche Situation bekannt. Resultierend daraus entsteht Demotivation, eine „Dagegen“-Kultur, ein stetiges Diskutieren darüber, wie es sein sollte und was alles so im Großen und Ganzen nicht richtig läuft. Berechtigt oder nicht.

Bei einem meiner letzten Kundenprojekte steckte ich wieder in so einer Situation. Für die nächste Retrospektiven dachte ich mir deshalb etwas Neues aus: Ich teilte allen Teilnehmern ein Blatt Papier aus und legte es umgekehrt auf den Tisch. Weiterlesen

Auf einen Rückblick – Agile by Nature Camp 2017

Zum dritten mal kamen die Agilen Enthusiasten des Nordens in der Lüneburger Heide zusammen, um sich gemeinsam über Fragestellungen und Themen rund um den agilen Arbeitsalltag auszutauschen. Die Themen waren wie immer sehr vielfältig und die Diskussionen spannend.

Es ging u.a. um praktische Themen wie das Ausprobieren von Gruppen-Simulationen, die Verwendung von Story-Maps oder dem Einsatz von Improvisationstheater. Daneben wurde aber auch viel über Klassiker wie unklares Rollenverständnis, halbherzige Transitionen oder allgemeine Missverständnisse in der Anwendung von bspw. Scrum gesprochen.

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MTP Engage Hamburg 2017 in Hamburg

Am vergangen Freitag habe ich bei der MTP Engage in Hamburg als Unterstützer fungiert. Dadurch hatte ich die Chance neben ca. 300 Besuchern einer hervorragenden Konferenz mit dem Schwerpunktthema Produktmanagement beizuwohnen und viele Gespräche mit bekannten und netten Menschen zu führen.

Während meiner Zeit vor Ort, konnte ich glücklicherweise die Gelegenheit nutzen und die Keynote „Memento product mori: Of ethics in digital product design“ von Sebastian Deterding besuchen. In seiner Präsentation verwendet Sebastian anschauliche Beispiele, die einem im ersten Moment amüsant erscheinen, dann einem jedoch mit aller Klarheit ins Gesicht schreien: „Da stimmt etwas nicht!“ Obst in flüssiger und abgepackter Form wird in Kombination mit „dem“ Gerät verkauft, dass wirklich das aller Beste aus dem Inhalt herausholt. Firmen, wie Uber, die das Gesetz gerne ausnutzen und Schlupflöcher nutzen, nur um ihren Marktwert in die Höhe steigen zu lassen.

Sein Vortrag hat mich stark beeindruckt, indem er von Moral und Ethik bei der Produktentwicklung spricht. Davon also, dass es nicht nur darum geht die Kundenbedürfnisse zu befriedigen und damit möglichst „erfolgreich“ als Unternehmen zu sein, sondern vor allem um das Wohl aller. Stiftet das Produkt einen Sinn? Was passiert mit dem Produkt nach dem berechneten Lebenszyklus im Unternehmen? Wie nachhaltig sind die Services und Produkte die wir anbieten? Welchen Fußabdruck hinterlässt mein Produkt in der Welt? Welche gesellschaftliche Verantwortung übernehmen Firmen die digitale Dienstleistungen und Produkte verkaufen?
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Hansei: Retrospektiven zur Selbstreflexion nutzen

In der vergangenen Woche habe ich erneut einen Personal Kanban Workshop gegeben. Darin geht es nicht nur um das Erstellen eines persönlichen Kanban, dass Verstehen der eigenen Aufgaben oder das Beschriften von Post-its, sondern vor allem um den Blick auf sich selber: Die Auseinandersetzung mit der eigenen Arbeit, dem Arbeitsumfeld, der persönlichen Arbeitsorganisation, also einer reflektierenden Wahrnehmung des eigenen Handelns.

Vielen Teilnehmern wird dabei erst (wieder) bewusst, dass sie selber den Stein der Veränderung ins Rollen bringen können und müssen.

„Success can only be achieved through repeated failure and introspection.“ (Soichiro Honda)

Persönlicher Brief an Teammitglieder mit Erinnerung an selbstgestecktes Ziel

Die Teilnehmer von Zeit- und Selbstmanagement Seminaren wissen im Grunde sehr gut, was notwendig ist, um sich zu verbessern: die Veränderung der Gewohnheiten. Ganz im Sinne von „Es muss nicht besser werden, wenn es anders wird. Aber wenn es besser werden soll, muss es anders werden.“ oder „Wenn du das machst, was du immer machst, kriegst du auch immer, was du immer kriegst.“

Toyota hat den Begriff „Hansei“ (jap. „Selbstreflexion“) mit dem Toyota Production System geprägt. Hansei dient dazu, sich seiner eigenen Schwächen im Klaren zu sein und sich dies zu Nutze zu machen, um kontinuierliche Verbesserung (Kaizen) zu erreichen.

Retrospektiven sind das Mittel meiner Wahl, um die Teams und Unternehmen die ich begleite durch ständiges Inspizieren und Adaptieren die Selbst- oder Teamreflexion voranzutreiben. Dabei lasse ich die Beteiligten auch gerne gezielt sich selber einschätzen.  In den Retrospektiven nutze ich gerne die Frage „Was habe ich in den vergangen Tagen gelernt?“ oder auch „Was weiß ich jetzt, was ich vor dem letzten Sprint noch nicht wusste?“ für den Rückblick und die eigene Reflexion. Für den Ausblick verwende ich oftmals die Frage „Was nehme ich mir persönlich für die nächsten zwei Wochen vor?“ oder „Welche meiner Stärken möchte ich wie ausbauen?“, um auch hier das ständige Lernen bei den Teilnehmern zur Routine werden zu lassen.
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