7 interessante Antworten von Sven Röpstorff

Im zweiten Interviewbeitrag zur kürzlich eröffneten Serie „7 interessante Antworten von…“, wird Sven Röpstorff Rede und Antwort stehen. Sven hat in 15 Jahren Projektarbeit reichhaltige Erfahrungen in Projekten gesammelt und ist mit 6 Jahren Erfahrung in der Agilen Softwareentwicklung ein Kenner seines Faches. Sven arbeitet seit einigen Jahren als Freelancer und hilft Kunden nicht nur bei der Implementierung von agilen Methoden. Aktuell hat es ihn nach Barcelona verschlagen, wo er als Agiler Coach in einem Projekt unterstützt. Zudem erfreut er uns auf diesem Blog mit interessanten Beitragen als Co-Autor und im heutigen Beitrag mit seinen Antworten…

1. Was motiviert dich in dem was du tust?

Als Freelancer arbeite ich immer bei verschiedenen Kunden und treffe die unterschiedlichsten Menschen. Die Umfelder sind nie gleich und ich empfinde es als interessante Herausforderung, mich in diesen Umgebungen zurechtzufinden und die Menschen von agilen Vorgehensweisen zu überzeugen. Besonders motivierend ist es, wenn anfängliche Skeptiker nach einiger Zeit zu Believern werden. Ich freue mich immer besonders, wenn ich in einem Unternehmen Impulse setzen konnte, von denen auch noch gesprochen wird, wenn ich schon wieder weitergezogen bin.


2. Wie versuchst du, dich ständig weiterzuentwickeln?

Zum einen erfolgt die Weiterentwicklung quasi automatisch, da ich durch die unterschiedlichen Kundenumfelder  und -interessen immer wieder gezwungen bin, mich mit anderen Aspekten des Projektmanagements oder der agilen Vorgehensweisen auseinanderzusetzen, mit denen ich mich bisher vielleicht noch nicht so intensiv beschäftigt habe. Zurzeit zum Beispiel bin ich bei einem Kunden, dessen Auftraggeber in London sitzt. Das heißt, der echte Product Owner ist nicht vor Ort, sondern wird von einem Proxy vertreten. Weiter lese ich natürlich die einschlägige Fachliteratur, folge einigen interessanten Kollegen auf Twitter und lese regelmäßig einige Blogs.

3. Aus welchem deiner Fehler oder schwierigen Projektsituationen hast du am meisten gelernt?

Bei dieser Frage geht mir sofort eine Situation durch den Kopf, die zwar schon fast 9 Jahre her ist, die mich aber nachhaltig geprägt hat. Ich war seinerzeit Leiter eines Entwicklungsteams und verantwortlich für ein Release, das nachts eingespielt werden sollte. Es gab einige Last-Minute-Änderungen, obwohl nach offiziellen Unternehmensregeln der Code-Freeze schon durch war. Ich habe diese Änderungen genehmigt, weil ich sehr genau wusste, was ich da tat und weil ich sowieso die Verantwortung für die Einspielung hatte. Der Testleiter hat mich jedoch bei unserem IT-Leiter „verpfiffen“, der daraufhin wutentbrannt, mit hochrotem Kopf und dem Testleiter im Schlepptau in mein Büro stampfte und mich zur Rede stellte. Ich war so perplex ob dieser grotesken Situation, dass ich lediglich „Natürlich trage ich die Verantwortung“ stammeln konnte. Bevor der IT-Leiter wieder ging, hielt er mir noch seinen ausgestreckten Zeigefinger vor das Gesicht und schrie mich an „Wenn morgen früh die Produktion steht, mache ich Sie persönlich dafür verantwortlich“. Logisch, wen denn sonst, die Verantwortung hatte ich doch schon.

Die ganze Situation hat mich derartig getroffen, dass ich die ganze Nacht während des Releases zwischen Wut und Angst hin und her geschwankt bin. Unglücklicherweise begab es sich, dass es tatsächlich ein Problem mit der Einspielung gab, so dass ich um 05:30 Uhr morgens auf Fallback entschied. Das Problem hatte zwar nichts mit meiner Entscheidung vom Vorabend zu tun und lag auch außerhalb meiner Release-Verantwortung, dennoch fürchtete ich damals, dass mein letztes Stündlein in der Firma geschlagen haben könnte.

Ich habe mir seinerzeit geschworen, dass ich nie wieder zulassen werde, dass mich jemand dermaßen trifft und das habe ich bis heute tatsächlich auch erreicht.

4. Hast du eine Lieblingssoftware, um deine tägliche Arbeit zu erledigen, zu vereinfachen oder zu organisieren?

Ja, Mac OS X 🙂

5. Welchen Tipp gibst du angehenden ProjekmanagerInnen mit auf den Weg?

Habt Mut, euren Instinkten zu folgen! Oft ist es nicht der etablierte Prozess, der zum Erfolg führt, sondern eine gute Portion Bauchgefühl und Initiative. Traut Euch, auch mal Fehler zu machen, daraus kann man lernen und daran wachsen.

6. Welche fachspezifischen Blogs oder Websites liest du regelmäßig bzw. empfiehlst du?

7. Welches Buch liest du gerade oder empfiehlst du als Pflichtlektüre?

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